Zum Zwecke der Qualitätssicherung im Bereiche der labormedizinischen Analytik und im Sinne einer gesamtschweizerischen Vereinheitlichung hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) einen 5 jährigen interdisziplinären Weiterbildungsgang in labormedizinischer Analytik in den Fachgebieten hämatologische Analytik, klinische Chemie, klinische Immunologie, medizinische Mikrobiologie und medizinisch-genetische Laboranalytik (ab 1.7.2000) geschaffen. Zudem bestehen jetzt 3-jährige monodisziplinäre Weiterbildungsprogramme für alle diese Spezialgebiete.
Die praktische Durchführung und Überwachung der Weiterbildung, wie auch die Titelverleihung wird dem Schweizerischen Verband der Leiter medizinisch-analytischer Laboratorien (Foederatio Analyticorum Medicinalium Helveticorum, FAMH) übertragen.
Dieses Reglement und Weiterbildungsprogramm umschreibt die verschiedenen Titelformen, die für den Erwerb dieser Titel erforderlichen Voraussetzungen, die Weiterbildung im einzelnen, die Modalitäten der Titelverleihung und -führung sowie Übergangsregelungen.
Ziel der Weiterbildung ist nicht nur das Erreichen von Professionalität in Analytik und Labormanagement, sondern auch der Erwerb von Grundlagen für die Kommunikation mit den auftraggebenden Ärzten*, seien dies Partner in Subspezialitäten (z.B. medizinisch-mikrobiologische Analytik / Infektiologie; klinisch-immunologische Analytik / Allergo-immunologie) oder Grundversorger. Der Laborspezialist spielt dabei eine wichtige Rolle. Im präanalytischen Bereich legt er Vorbedingungen für die Analysendurchführung fest und ist in der Lage, bei der Auswahl der Analysen zu beraten. Weiter muss er die Befunde im Hinblick auf die Aussagekraft der Analysenresultate und ihrer Grenzen beurteilen können. Die Zusammenarbeit des Laborspezialisten mit dem behandelnden Arzt ist die Grundlage für die Zweckmässigkeit, die Wirksamkeit sowie die Wirtschaftlichkeit labormedizinischer Interventionen, wie sie vom Gesetz gefordert werden.
Eine wesentliche Neuerung in diesem Reglement ist die (Wieder-)Einführung einer monodisziplinären Weiterbildung in hämatologischer Analytik. Für diejenigen Kandidaten dieses Weiterbildungsganges, welche Ärzte sind, und sich - zusätzlich zur jetzt gültigen FMH Weiterbildung in Hämatologie - auch zu Spezialisten in Laboranalytik FAMH dieses Fachgebiets weiterbilden wollen, wird - im Einvernehmen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie (SGH) - ausnahmsweise berücksichtigt, dass Titelträger der aktuellen Version der FMH-Weiterbildung in Hämatologie bei der Spezialarztweiterbildung schon obligat breite Kenntnisse und Fertigkeiten in spezieller Laboranalytik, die genau bezeichnet sind, sowie in angewandter Pathophysiologie erworben haben.
Kandidaten und Kandidatinnen, die die Aufnahmeprüfung in den Weiterbdilungsgang vor dem 1.1.2013 bestanden haben, schliessen ihre Weiterbildung nach dem Reglement vom 1.3.2001 ( inklusive allen Modofkationen) ab.
Weiterbildungsreglement ab 2013
Weiterbildungsreglement (1.3.2001)